Was ist das besondere an Andy Warhols Kunstwerken? Die Verbindung Andy Warhol Pop-Art.

Bei Nennung des Namens Andy Warhol denken die meisten Menschen sofort an Pop-Art-Schöpfungen wie das knallbunte Portrait von Marilyn Monroe oder die weltberühmten Campbell Suppendosen, dass ist Andy Warhol Pop-Art wie er sich verewigt hat. Allerdings hat der exzentrische Künstler der Nachwelt auch weit Skurrileres hinterlassen, als Kunstwerke aus Siebdruck. Wem ist überhaupt bekannt, dass der Pop-Art-Revolutionär einen Low-Budget Horrorstreifen mit dem Titel Andy Warhols Frankenstein produziert hatte und dass seine Vision von einer Banane einen Rechtsstreit auslöste? Hinter dem Schaffen von Andy Warhol verbirgt sich mehr, als der Allgemeinheit bekannt ist.

Der von Kritikern und Zuschauern gleichermaßen verhasste Film Andy Warhols Frankenstein zeichnet sich im negativen Sinne durch eine sehr arme Handlung aus und einem Übermaß an nackter Haut, Filmblut und Ekelhandlungen. Die italienisch-französische Koproduktion verzichtete darauf die Problematik vom Allmachtswahn des Menschen darzustellen, das Hauptthema im Roman Frankenstein und seinen cineastischen Nachfolgern, und beschränkte sich darauf einen Softporno mit Splattereffekten zu drehen.

Der Skandal um die Illustration einer Banane von Andy Warhol spielte sich nicht in der Künstler-, sondern in der Musikszene ab. Was war passiert? Da Warhol ursprünglich als Grafikdesigner in der Werbebranche sein Geld verdiente, war es für ihn später als Künstler selbstverständlich auch Plattencover zu gestalten. Zu diesen ikonischen Entwürfen gehörte die Banane, als Original kann die Schale sogar abgepellt werden, auf dem Debütalbum der Band The Velvet Underground. Jahre nach dem Tod des Pop Art Künstlers wollte die Andy Warhol Foundation dem Unternehmen Apple erlauben, das berühmte Bananen-Motiv für eigene Zwecke zu nutzen. Darin sah die Musikband eine Rechtsverletzung und verklagte die Stiftung.

Pop Art eine Kultur-Revolution? Andy Warhol erhöht Alltagsdinge und Pop-Idole zu Kunstwerken. Die Andy Warhol Pop-Art Schöpfung.

Das einsilbige Wort Pop von Pop Art bezieht sich sowohl auf populär, was so viel wie beliebt, aber auch volkstümlich bedeutet und kann aus dem Englischen ins Deutsche ebenso mit Knall übersetzt werden. Pop Art versteht sich, trotz der Begriffsnähe, nicht als Volkskunst, da sie nicht auf Tradition setzt, sondern das Alltägliche, das Populäre zur Kunst erheben will. Gleichzeitig schwingt bei den Werken immer ein Hauch Konsumkritik mit. Neben Roy Lichtenstein ist auch Andy Warhol eine der bekanntesten Lichtgestalten der Pop Art.

Der Mensch hinter dem Kunstgenie Andy Warhol

Geboren wurde Andy Warhol im Jahre 1928 in Pittsburgh, Pennsylvania. Die Familie stammte ursprünglich aus der heutigen Tschechoslowakei und der eigentliche Nachname des Künstlers lautete Warhola. Diesen ließ er Anfang der 50iger Jahre in Warhol umändern. Seine Mutter erkannte früh das kreative Talent ihres Sohnes und förderte es. Schon als Kind schmückte der junge Warhol sein Zimmer mit Fotos von Hollywood-Stars.

Er studierte mit 17 an dem Carnegie Institute of Technology in Pittsburgh Visuelles Design und nach dem Erhalt seines Diploms startete er seine Karriere als Werbegrafiker. So arbeitete er für bekannte Verlage wie Glamour, Harper’s Bazaar, Vogue und The New Yorker. Anfang 1950 wagte er den Schritt in die Kunstwelt, wobei ihm seine Fertigkeiten als Grafiker gute Dienste leisteten.

Seine wahre künstlerische Reife erlangte Andy Warhol nach 1960. In dieser Zeit entstand auch eines seiner berühmtesten Werke: Campbell’s Soup Cans, das erst auf Ablehnung bei Publikum und Kritikern stieß. Es folgte eine wahre mediale Schlacht gegen die Darstellung von ordinären Suppendosen als Kunstobjekt. Nach dieser öffentlichen Debatte kannte fast jeder den Namen Andy Warhol und er wurde zum Pop-Art-Idol.

Durch die Siebdruck- und Schablonentechnik war es Andy Warhol möglich seine Kunstwerke in einer Art Massenproduktion herzustellen und dies sollte zu einem der Hauptmerkmale seiner künstlerischen Identität werden. Sein Einzug in eine Fabrik – The factory – war die logische Schlussfolgerung seiner Ansicht über Pop Art als Konsumprodukt. The factory war mehr als nur eine leerstehende Produktionshalle, sie war ein Refugium für Künstler, die Warhol nahestanden.

1968 wäre Andy Warhol fast an den Schussverletzungen durch eine radikale Feministin gestorben, letztendlich beendeten 1987 leider Komplikationen während einer Gallenblasen-Operation sein Leben.

Die künstlerischen Hinterlassenschaften von Andy Warhol sind nicht nur bildhafte Kunstwerke, sondern auch Skulpturen, Bücher und Filme.

Bild: Eine Anlehnung an eins der berühmtesten Werke von Andy Warhol, die Pop Art Marylin Monroe.

Pop Art Kunstwerke faszinieren die Massen

Eines der ersten Kunstwerke, die Andy Warhols internationalen Ruhm begründeten, waren die Campbell’s Soup Cans. Das Motiv: eine mit Suppe gefüllte Blechdose, erst von Hand gemalt, dann durch die Siebdruck-Technik zur konsumierbaren Vervielfältigung weiterentwickelt. Ein schnöder Alltagsgegenstand wurde durch die künstlerische Interpretation von Warhol zu einem der teuersten Kunstobjekte. Es existieren zahlreiche Variationen von den Suppendosen, darunter auch solche in Regenbogenfarben.

Doch nicht nur Suppen hatten das Interesse des Meisters geweckt, auch Coca-Cola inspirierte ihn zu über 15 Kunstwerken. Das Gemälde Coca-Cola (3) zum Beispiel zeigt drei leere grüne Cola-Flaschen, mit dem Logo in Rot darunter, hat bei einer Christies-Versteigerung über 57 Millionen Doller erzielt. An dem Erfrischungsgetränk faszinierte Warhol die stetige Gleichheit: ob der US-Präsident oder ein Fabrikarbeiter Cola trinkt, es schmeckt immer gleich.

Die Brillo-Boxen sind keine Gemälde oder Grafiken, sondern Skulpturen aus Sperrholz. Brillo war der Markenname von Topfkratzern und Andy Warhol überließ es Kunstausstellern, wie sie die Brillo-Boxen anordneten und stapelten. Eine Parallele zum Handel und damit zum Konsum.

Doch nicht nur Konsumartikel standen Model für Warhols Kunstwerke, sondern auch Berühmtheiten. Zu einem der bekanntesten Werke von Warhol zählt Gold Marilyn Monroe. Der Tod der blonden Schauspielerin war der Anlass für das Portrait, dem weitere folgen sollten. Ein Promo-Foto von Marilyn Monroe für ihren Film Niagara war das Vorbild und Warhol wollte mit seiner Darstellung den Star zu einer Göttin erheben. Weitere Portraits von Marilyn Monroe, aber auch von Elvis Presley, Mick Jagger, Elisabeth Taylor; Mao Zedong und anderen Berühmtheiten entstanden.

Meisterwerk der Renaissance als Comicadaption?

In seinen späten Schaffensjahren interpretierte Andy Warhol Leonardo Da Vincis Das letzte Abendmahl auf seine eigene Weise. Als gläubiger Katholik faszinierte ihn das Thema Religion und er wollte gleichzeitig ein hochgepriesenes Kunstwerk der breiten Masse nahebringen

Andy Warhol ist und bleibt der Inbegriff von Pop Art. Wie kein anderer Künstler verstand er es, die Sichtweise auf Alltägliches zu verändern, Profanes in Kunstwerke zu verwandeln und Hohe Kunst konsumierbar zu machen.

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Fragen und Antworten

Wo wurde Andy Warhol geboren?

Andy Warhol wurde in Pittsburgh, Pennsylvania um 1928 geboren. 

Wofür Steht Pop Art?

Die Kunstrichtung die Andy Warhol etablierte nennt sich Pop Art. Das steht für das Alltägliche oder das Populäre das in die Kunst erhoben wird mit einem Hauch Konsumkritik.

Welches ist das berühmteste Werk von Andy Warhol?

Die zwei berühmtesten Werke Warhols sind die Campbells Soup Cans (1962) und die Marylin Diptych (1962).

Wie Startete Warhol seine Karriere?

Andy Warhol begann seine Karriere nach seinem Studium als Werbegrafiker. 

Quellen & weiterführende Informationen

Quellen: 

Von: Till Breuer, Redaktion
Zuletzt aktualisiert am: 2. Oktober 2023
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