Fälschung in der Kunst! ein durchaus lukratives geschäft.

Kunstwerke von berühmten Künstlern erzielen auf dem Markt hohe Preise, so ist es nicht verwunderlich das auch der Markt der Fälschungen floriert. Für künstlerisch begabte Menschen mit einer kriminellen Ader ist die Versuchung darum groß, Kunstfälschungen anzufertigen und diese teuer zu verkaufen. So mancher Kunstfälscher hat es durch seine Dreistigkeit, aber auch durch seine hohe Kunstfertigkeit auf die Titelblätter der Boulevardpresse geschafft.

Das Ehepaar Beltracchi

Die Beltracchis zählen in der Kunstfälschungs-Szene zu den Top-Spezialisten. Sie narrten den Kunstmarkt über Jahre und häuften ein Vermögen von bis zu 50 Millionen an. Ihre Kunstfälschungen waren so detailgetreu, dass nur durch eine genaue chemische Analyse die Wahrheit ans Licht kam. Bei dem gefälschten Gemälde „Rotes Bild mit Pferd“, das angeblich im Jahr 1914 von dem Maler Campendonk gemalt wurde, entdeckten Gutachter das Pigment Titanweiß. Aber diese Farbe existierte zur Entstehungszeit des Kunstwerks noch gar nicht. Das Fälscher-Paar wurde verurteilt, aber noch heute soll in Galerien, Kunstinstitutionen und im privaten Besitz zahlreiche Kunstfälschungen der Beltracchis hängen.

Letztendlich wurde den Beltracchis noch große Ehrerbietung entgegengebracht, da ihre berüchtigte Popularität einen Filmemacher veranlasste, eine Dokumentation mit dem Titel: „Beltracchi – Die Kunst der Fälschung“ zu drehen. Am 9. Mai 2014 wurde der Film von der Deutschen Filmakademie als Bester Dokumentarfilm ausgezeichnet.

Danach stiegen die Kunstfälschungen des Ehepaars Beltracchi an Wert, werden mittlerweile als selbstständige Kunstwerke angesehen und erzielen insgesamt Beträge in Millionenhöhe.

 

Tom Keating

Tom Keatings Intention Kunstfälschungen zu kreieren war nicht nur der schnöde Mammon, sondern der gebürtige Engländer wollte der Kunstszene einen Spiegel vorhalten. Der ehemalige Kunstlehrer fälschte insbesondere Gemälde von Degas, Rembrandt und Modigliani. In seinen Kunstfälschungen hinterließ er versteckte Hinweise und im Jahr 1970 wurde der Betrug aufgedeckt. Keating wurde verurteilt, musste aber wegen seiner schweren Krankheit nicht ins Gefängnis und bis heute sind Kunstfälschungen von ihm auf dem Markt erhältlich.

Han van Meegeren

Der niederländische Maler legte großen Wert auf Authentizität bei seinen Kunstfälschungen und verwendete daher Leinwände aus dem 17. Jahrhundert. Seine Plagiate konzentrierten sich auf die Werke von Jan Vermeer und Pieter de Hooch. Zur traurigen Berühmtheit gelangte er, als er während des NS-Regimes seine Kunstfälschung „Christus und die Ehebrecherin“ an den nationalsozialistischen Politiker Hermann Göring für viel Geld verkaufte. Die Kunstfälschung war so täuschend echt, dass man van Meegeren erst der Kooperation mit dem Feind verdächtigte, weil er das Werk eines holländischen Meisters an die Nazis verscherbelt hatte.

 

Bild 2: Mona Lisa mit Sonnenbrille, sie ist das meist kopierste Kunstwerk der Welt.

Tony tetro

Seine kreativste Schaffensphase hatte der amerikanische Maler, Tony Tetro, zwischen den 70igern und 80igern. Von seinen Kunstfälschungen waren viele berühmte Maler betroffen, wie z.B. Dali, Chagall, Miró und Rembrandt. Tetro verwendete bei seinen Plagiaten Farben und Leinwände, die in der Entstehungszeit der Originale verwendet wurden. So erkannte niemand, dass die Kunstwerke nur Fälschungen waren. Aber auch dieser Kunstfälscher wurde entlarvt, nachdem der Künstler Yamagato im Jahr 1988 in einem Kunstkatalog ein Bild entdeckte, dass angeblich von ihm stammte. Tetro wurde verurteilt, die Bestrafung fiel allerdings sehr milde aus. In letzter Zeit machte der Kunstfälscher wieder von sich reden: Er behauptete, dass einige Dali-, Picasso- und Monet-Gemälde im schottischen Dumfries House keine Originale seien, sondern seine eigenen Werke.

Familie Greenhalgh 

Kunstfälschung war für die Greenhalghs ein lohnendes Familiengeschäft. Alles fing damit an, als einer der Söhne, Shaun Greenhalgh, bereits im Alter von 13 Jahren auf Flohmärkten in Groß-Britannien Töpferware verkaufte und diese als Antiquitäten anpries. Doch der Erlös war dem gewieften Jungen nicht hoch genug und da er über Talent zum Malen verfügte, begann er Kunstfälschungen für einen Kunsthändler anzufertigen. Mit der Zeit verfeinerte Greenhalgh seine Maltechniken immer mehr und lernte, wie man Kunstfälschungen perfektionierte, sodass auch erfahrene Händler und Experten auf die Täuschung hereinfielen. Nun war es an der Zeit die Kooperation mit dem Kunsthändler zu beenden und auf eigene Faust seine gelungenen Kunstfälschungen zu verkaufen. Ihm wurden die Plagiate nahezu aus den Händen gerissen und seine Eltern sowie sein Bruder stiegen in das florierende Geschäft mit ein.

Bei seinen Kunstfälschungen konzentrierte sich Greenhalgh nicht nur auf Gemälde, er fertigte ebenso Skulpturen an. Da er auch hier Erfolg hatte, verlor der Kunstfälscher sämtliche Hemmungen und bot dem British Museum assyrische Reliefs, angeblich aus dem 13.-14. Jahrhundert v. Chr. an. Aber der Museumsleiter wurde misstrauisch, meldete den Fall der Polizei und die Familie kam ins Gefängnis.

Die ausgeklügelten Kunstfälschungs-Aktionen hatten bei den Medien viel Aufmerksamkeit erregt und später behauptete Greenhalgh vor der Presse, dass sogar ein Gemälde von Leonardo da Vinci „La Bella Principessa“ in Wirklichkeit von ihm sei.

Und manchmal ist vermeintliche Kunstfälschung doch originale Kunst

Der berühmte Renaissance-Künstler Raffael war in seinen Lebzeiten und nach seinem Tod so beliebt, dass viele Maler seine Werke kopierten. So ist es durchaus nicht abwegig, dass eine Abbildung der Madonna mit Kind zuerst als eine Fälschung gehalten wurde. Das Gemälde hing in einem Schloss in einer englischen Grafschaft und war bis dato unbekannt. Genaue Analysen bestätigten aber letztendlich, dass das Werk tatsächlich von Raffaels Hand stammte.

Eine ähnliche Situation ergab sich bei einem Werk von Caspar David Friedrich mit dem Titel „Winterlandschaft“. Eine Version hing bereits in der National Gallery in London und während des 2. Weltkriegs wurde in Dortmund ein sehr ähnliches Werk gefunden. Zuerst gingen Experten von einer Kunstfälschung aus, doch nach einer fundierten Röntgen- und Infrarotanalyse stellte man eine extreme Ähnlichkeit in Maltechnik und Farbe zu der 1. Version fest. Damit waren sich die Experten einig: Es ist keine Kunstfälschung, sondern ein Werk von Caspar David Friedrich.

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Fragen und Antworten

Wofür ist das Ehepaar Betracchi Berühmt?

Das Ehepaar Betracchi ist für seine Kunstfälschungen berühmt. 

Wieviel verdienten die Betracchis mit ihren Fälschungen?

Das Ehepaar Betracchi verdiente mit seinen Fälschungen insgesamt bis zu 50 Millionen. 

Welcher Kunstfälscher verwendete Leinwand aus dem 17.Jahrhundert?

Der niederländische Maler Han van Meegeren kopierte berühmte Werke auf Leinwand aus dem 17.Jahrhundert er erhoffte sich so mehr Authentizität.

Welche Familie betrieb kunstfälschungen als Familien Unternehmen?

Die Familie Greenhalgh waren alle als Kunstfälscher tätig oder unmittelbar im Vertrieb der Fälschungen verwickelt. Sie wurden nur gestoppt weil der Erfolg ihnen zu Kopf stieg.

Quellen & weiterführende Informationen

Quellen: 

  • Bild 1: Quelle Freepik, https://de.freepik.com/fotos-kostenlos/bunte-punkrock-collage_36488188.htm#page=2&query=punkrock%20collage&position=24&from_view=search&track=ais
  • Bild 2: Quelle Freepick, https://de.freepik.com/fotos-kostenlos/junge-frau-als-mona-lisa-la-gioconda-isoliert-auf-dunkelgruen_10584318.htm#query=mona%20lisa&position=17&from_view=search&track=ais
Von: Till Breuer, Redaktion
Zuletzt aktualisiert am: 15. August 2023
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